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Centre for Intercultural Studies |
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Koordination: Thomas Fritz, thomas.fritz@vwv.at (mit Unterstützung von Mario Rieder, Inge-Anna Koleff,
Stefan Vater und Irene Schmölz)
Die Institutionen der ErwachsenenbildungDie Institutionen der Erwachsenenbildung in Österreich können in die Mitglieder der Konferenz der Österreichischen Erwachsenenbildung (KEBÖ -- gegründet 1972 als "unabhängiges Forum der Begegnung und Zusammenarbeit" (EuHWB) und die "Freien" unterteilt werden. Die KEBÖ zeichnet sich durch ein gemeinsames Auftreten gegenüber den staatlichen Organisationen und durch den Erhalt von Mitteln aus dem Etat des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur aus. Die größten Institutionen innerhalb der KEBÖ, die auch über ein Sprachkursangebot verfügen, sind das Wirtschaftsförderungsinstitut der Kammern der gewerblichen Wirtschaft (WIFI), das Berufsförderungsinstitut und die Volkshochschulen. Diese sind zusammengeschlossen in neun Landesverbänden und einem gesamtösterreichischen Verband, dem Verband Österreichischer Volkshochschulen. Neben den Institutionen der KEBÖ gibt es eine Menge an privaten Anbietern von Erwachsenenbildung (EB). Einige davon bieten Sprachkurse an. Einige Institutionen, die vor allem Deutsch als Fremdsprache für Lernende aus dem Ausland anbieten sind in der Organisation CAMPUS Austria, einem der Österreichwerbung zugehörigen Marketingverband, der unter anderem auch verbindliche Qualitätsstandards (http://www.campus-austria.at/ff.php3?lang=de) festlegt, zusammengeschlossen. Als ein wichtiges Element der österreichischen Sprachkurslandschaft können auch die Kulturinstitute einiger Länder und deren Sprachkursangebot angesehen werden. Das Institut Française bietet sowohl Kurse als auch Prüfungen an, dies gilt ebenso für das Istituto Italiano di Cultura und das Instituto Cervantes. Der British Council tritt in Österreich nicht als kursanbietende Organisation auf, bietet aber Prüfungen der Universität Cambridge an Zweifellos die größten Anbieter von Sprachkursen sind die Volkshochschulen. Der Verband österreichischer Volkshochschulen dokumentiert die Kursbesuche in einer gesamtösterreichischen Statistik und bietet neben Publikationen zum Sprachenlernen auch Seminare zur Weiterbildung von KursleiterInnen an. Der Lehrgang "Lust auf Sprache" wird seit zwei Jahren angeboten. Die gesetzlichen und ökonomischen GrundlagenDie Einrichtungen der EB in Österreich weisen ein Vielfalt von rechtlichen Organisationsstrukturen auf. Von Einrichtungen der Kammern (WIFI) über Einrichtung der Kommune (z.B. VHS Linz) bis zu privaten Vereinen mit einer Quasi-Garantie der Sockelförderung durch die Kommune (Wiener Volkshochschulen) bis hin zu privaten Wirtschaftsbetrieben finden wir in Österreich alles. Der OECD Bericht aus dem Jahr 1998 stellt fest, dass die Einrichtungen der EB, insgesamt von ihrer Infrastruktur und den finanziellen Bedingungen her gesehen eher unter-repräsentiert sind:
Sprachenkenntnisse und Sprachenlernen der ÖsterreicherinnenDie Eurobarometer-Umfrage von Feber 2001 liefert erschreckende Daten über die Sprachenkenntnisse der Österreicherinnen und ihrer Einstellung dem Sprachenlernen gegenüber (www.eurolang2001.org):
Dem stehen Daten aus den Statistiken der Österreichischen Volkshochschulen gegenüber (http://www.vhs.or.at): 24, 3 % der insgesamt 507 705 VHS Kursteilnahmen sind Teilnahmen an Sprachkursen. Dies bedeutet eine Steigerung von mehr als 500 % seit dem Jahr 1951. In absoluten zahlen bedeutet dies, dass 1999/00 in Wien 40.324 , in Oberösterreich 17.658, in Niederösterreich 15 707 und in der Steiermark 15 688 Personen an Sprachkursen teilgenommen haben. Sehen wir uns die Volkshochschule Ottakring als Beispiel an, so beobachten wir dass zwischen 1990/91 und 200/01 eine Steigerung der Teilnahmen von 1474 auf 2277 sichtbar ist. Verteilt auf einzelne Sprachen sehen wir die folgende Rangliste der ersten 6 Sprachen (gesamtösterreichisch ist keine derartig detaillierte Statistik vorhanden):
Das LernangebotIn Österreich finden wir eine sehr gute Angebotsstruktur vor, die sich durch einige Faktoren auszeichnet: In fast allen Regionen des Landes können Fremdsprachen gelernt werden. Dies trifft vor allem auf Englisch zu, das damit die meistgelernte Sprache in der EB ist. In den Ballungszentren ist das Angebot aber sehr umfangreich. In Wien werden zum Beispiel ca. 70 Sprachen gelernt werden. Die Kursformen sind ebenfalls Die Kursgebühren sind --vor allem im Bereich der subventionierten Institutionen relativ gering. Die Qualität der Kurse wird vor allem durch Maßnahmen der KursleiterInnen Weiterbildung und durch ein sehr hohes Engagement der KursleiterInnen gesichert. Durch die Kooperation im Rahmen internationaler Institutionen ist gewährleistet, dass methodisch- didaktische Entwicklungen auch in die Erwachsenenbildung Eingang finden. In Wien finden im Rahmen der "Sprachoffensive" des Wiener Integrationsfonds seit 1998 Deutsch als Zweitsprache Kurse statt, an denen jährlich ca. 1600 Personen teilnehmen. Die Kurse orientieren sich an einem RahmenCurriculum, das sehr stark an Mehrsprachigkeit, Autonomieförderung und Integration ausgerichtet ist. (Wiener Integrationsfonds: RahmenCurriculum Deutsch als Zweitsprache, Wien 1999) In Wien wird seit 1999 an der Adaption und Implementation des Europäischen Sprachenportfolios gearbeitet. EB und SprachpolitikIm Zuge des europäischen Jahres der Sprachen haben sowohl der Verband Österreichischer Volkshochschulen als auch der Verband Wiener Volksbildung sprachenpolitische Grundsatzerklärungen formuliert, die im Anhang zu finden sind. Die Aktivitäten im Laufe des Jahres der Sprachen in Wien waren explizit sprachenpolitisch ausgerichtet. So zum Beispiel die Publikation des Buches "280 Sprachen für Wien. Ein Sprachenalmanach" und die Aktion "100 speakers/100 languages). Ein wesentliches Element der Qualitätssicherung aber auch der sprachenpolitschen Praxis ist die Weiterbildung von KursleiterInnen und hier vor allem nicht nur für die "großen" Sprachen. In den Lehrgängen des Verbands Wiener Volksbildung finden sich Unterrichtende der Sprachen Griechisch, Aseri, Türkisch, Tschechisch, Slowakisch und Arabisch, die so zu eine berufliche Zusatzqualifikation erlangen, die auf anderem Wege nicht möglich ist. Die Unterrichtenden und ihre "soziale Sciherheit"Im OECD Länderbericht wird angegeben , dass die EB Institutionen den Kostenfaktor Unterrichtende nicht als allzu große Belastung einschätzen. Dazu muss angemerkt werden, dass die Ausgaben für Honorare in den Jahren 1989 bis 1995 konstant geblieben sind, d.h. dass es zu keinen größeren Honorarerhöhungen gekommen ist. Im Vergleich zum Verbraucherpreis Index sind die Honorare zwischen 1992 und 2000 deutlich gesunken. Gleichzeitig wurden aber die verpflichtenden Abgaben der Lehrenden durch die Sozialversicherungsnovelle vom August 1999 deutlich erhöht. So müssen von einem Honorar von 215,00/Unterrichtseinheit bis zu 60% an Einkommenssteuer und Sozialversicherungsbeiträgen abgeführt werden. Was bleibt, reicht nicht einmal für eine Kinokarte. Noch dazu werden die meisten Kurse nur für maximal zehn Monate/Jahr geführt, zwei Monate sind Unterrichtende daher (unversichert) arbeits- und einkommenslos. Wer hauptberuflich in der Erwachsenenbildung arbeitet, hat also bei dem Stundenpensum eineR AHS-LehrerIn, neunzehn Wochenstunden, ein wesentlich niedrigeres Jahreseinkommen. Und dies bei absolutem Fehlen von "Beschäftigungssicherheit", denn welche Kurse man bekommt, hängt von der Nachfrage der TeilnehmerInnen ab. Forderungen:Im Folgenden werden die Forderungen des Verbands Österreichischer Volkshochschulen übernommen (die Grundsatzerklärung im Volltext siehe Anhang 1):
Literatur:Europahandbuch Weiterbildung, Luchterhand Studie zur Finanzierung des lebensbegleitenden Lernens, Österreichischer Länderbericht, Dezember 1998 Wiener Integrationsfonds: RahmenCurriculum Deutsch als Zweitsprache, Wien 1999 ANHANG 1VERBAND ÖSTERREICHISCHER VOLKSHOCHSCHULENVÖV-Resolution zum Europäischen Jahr der Sprachen 2001Die Intention des Europarates und der Europäischen Union, die 2001 zum Europäischen Jahr der Sprachen ausgerufen haben, liegt in erster Linie in der Förderung der sprachlichen Vielfalt Europas. Sprachen sind Bestandteil des europäischen Kulturerbes und aus diesem Grund ist es wichtig, das Erlernen von Sprachen zu fördern. Sprachenlernen hat einen persönlichkeitsbildenden, allgemeinbildenden und gesellschaftlichen Effekt: Sich eine fremde Sprache aneignen ist unmittelbar verknüpft mit dem Annähern an andere Kulturen. Gerade in Zeiten, in denen Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile alltäglicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens sind, ist es besonders wichtig, dagegen zu wirken. Sprachenlernen ist eine Möglichkeit, diese Wirkung zu erzielen. Trotz aller Diskussionen um Autonomie der Bildungseinrichtungen und der Verantwortung des Einzelnen für Lernprozesse bleibt Bildung prioritär öffentliche Aufgabe. Vor allem dann, wenn Bildung auch Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht werden soll, die über nicht genügend finanziellen Spielraum verfügen. Denn Sprachkenntnisse sind nicht nur über ökonomische Verwertbarkeit zu definieren, sondern gehören zur allgemeinen, politischen und kulturellen - und letztlich auch demokratischen Bildung der Menschen eines Landes. Für die Volkshochschulen, die politische Bildung als eine der Grundsäulen ihrer Bildungsarbeit ansehen, ist dies eine Aufgabe, die unmittelbar zu ihrem Bildungsauftrag gehört. Sprachenlernen an VolkshochschulenBesondere Anstrengungen werden in den Volkshochschulen unternommen, um Sprachenlernen für alle zu ermöglichen.
Um diese Aufgaben im Interesse eines qualitätsvollen Sprachenangebots für die Bevölkerung erfüllen zu können, ist öffentliche Verantwortung und Förderung unabdingbar. Daraus ergeben sich vier Hauptforderungen an politisch Verantwortliche:
Der Verband Österreichischer Volkshochschulen appelliert an alle Entscheidungsträger in Bund, Ländern und Gemeinden, den Ansprüchen der Volkshochschulen im Sinne einer umfassenden Sprachenbildung für Erwachsene zu entsprechen. ANHANG 2Sprachenpolitische Grundsatzerklärung der Wiener Volkshochschulenbasierend auf den Ergebnissen von zwei Arbeitsgruppen anlässlich des Pädagogischen Forums "Sprachenpolitik" im November 2000. Bei diesem Forum waren DirektorInnen, Pädagogische MitarbeiterInnen, FachgruppenleiterInnen, KursleiterInnen sowie ExpertInnen aus dem Bereich Sprachwissenschaft anwesend. Die Wiener Volkshochschulen betrachten sich als Promotorinnen und Förderinnen der Mehrsprachigkeit. Sie leisten seit Jahren einen Beitrag Mehrsprachigkeit und kultureller Vielfalt durch ein Kursangebot, das allein in Wien mehr als 70 Sprachen umfaßt, sowie durch Mitarbeiterlnnen und KursleiterInnen, die aus vielen verschiedenen Kulturen kommen. Mehrsprachigkeit ist ein Reichtum und ein Wert an sich, den sie intern praktizieren und gesellschaftlich verbreiten wollen. Jede und jeder (auch partiell) Mehrsprachige verfügt über erweiterte kulturelle Kompetenz. Die Volkshochschulen gehen von der Gleichwertigkeit aller Sprachen aus und fördern das gesellschaftliche Bewußtsein dafür. Das gilt besonders für die Sprachen der autochthonen (alten) und allochthonen (neuen) Minderheiten. Sie fördern durch ihre Praxis in der Bildungsarbeit verstärkte Anstrengungen zur Mehrsprachigkeit auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Sie bieten eine Vielfalt an Sprachen (besonders die Sprachen der Nachbarländer und der in Österreich lebenden Minderheiten) in einem attraktiven Ausmaß an. Darüber hinaus erkennen die sie die internationale Bedeutung des Englischen als Lingua Franca, sowohl in ökonomischen, privaten als auch wissenschaftlichen ausgerichteten Kommunikationssituationen und bieten daher allen die Möglichkeit, eine adäquate Qualifikation (von Basiskenntnissen bis hin zu spezialisierten sprachlichen Kompetenzen) in Englisch zu erwerben Sie ermöglichen effektives Sprachenlernen durch:
Das Ziel unserer Bemühungen ist eine mehrsprachige Volkshochschule , die einen hervorragenden Platz in einer mehrsprachigen und multikulturellen Gesellschaft einnimmt. Konkrete Massnahmen, die dazu führen können unter anderem die folgenden sein:
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